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Virtual Reality

 

Mit unwirklichen Situationen gegen die Angst?

Vielleicht ist Virtual Reality für Sie eine Möglichkeit, um Ihre Angst zu bewältigen und einen Schritt Richtung mehr Zuversicht, Wohlbefinden und Glück zu gehen. Hier erfahren Sie mehr über diese Behandlungsmethode und die VR-Therapie.

Expositionstherapie

Jede und jeder von uns erlebt im Laufe des Leben unterschiedliche Veränderungen und Belastungen – sei es die Suche nach dem richtigen Job, ein Streit, Veränderungen durch die Corona Pandemie, Schmerzen oder die Entwicklung von psychischen Symptomen. Angststörungen und Depressionen sind dabei nicht nur die am häufigsten auftretenden psychischen Störungen, sondern auch gut erforscht. Das bedeutet, dass es viele wirksame Methoden gibt, diese zu behandeln. Eine davon, die besonders wirksam bei der Linderung von Angstsymptomen ist, ist die sogenannte Expositionstherapie.


Bei der Exposition (Konfrontation) geht es darum eine Situation herzustellen, in der man Angst verspürt. Das klingt zuerst einmal abschreckend und kann auch anstrengend sein; aber man beginnt mit ganz kleinen Schritten und tastet sich gemeinsam langsam an ein erträgliches Angstniveau heran. Dadurch lernt man nach und nach, dass der Auslöser der Angstsymptome nicht unbedingt mit einer Angstreaktion (Panikattacke, Herzklopfen, Schwindel, ängstliche Gedanken usw.) verbunden sein muss, sondern lernt die Situation auszuhalten.


Eine Form dieser Expositionstherapie ist die Therapie mit Virtual Reality (virtuelle Realität). Diese ist besonders wirksam bei der Behandlung von Angststörungen, da sie innerhalb der Praxisräumlichkeiten angewendet werden kann und der Reiz, der zur Angst führt, nicht tatsächlich da ist, sondern durch Bilder wiedergegeben wird. Es ist also eine Methode, bei der man sich in einem geschützten Rahmen seiner Angst stellen kann. Außerdem ist sie durch zahlreiche Forschungsergebnisse gestützt: Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass sie mindestens genauso gute Resultate erzielen kann als die reale Expositionstherapie (in vivo).

Ablauf der Therapie mit Virtual Reality

Wie jede klinisch psychologische Behandlung beginnen wir mit einem Erstgespräch und der Anamnese (Abklärung der aktuellen Lebenssituation, der Krankheitsgeschichte und der aktuellen Problematik und Symptome). Nach einer etwaigen Diagnosestellung ist es bei der Behandlung von Angst wichtig, zunächst zu verstehen was diese ist und wo sie herkommt. Außerdem ist es nützlich Techniken zu erlernen, wie man sich einer Situation, in der man Angst verspürt, verhalten kann, um sich zu beruhigen. Danach tasten wir uns langsam an die Exposition (also der Konfrontation) mit der angstauslösenden Situation heran.


Zum Beispiel:

  • Sie haben Höhenangst: Mit der VR-Brille können wir ein Szenario herstellen, in dem Sie in einem Haus in einer Stadt stehen. In einem niedrigen Stockwerk fangen wir an, hier stehen Sie am Rand und können nach draußen blicken, sehen Autos herumfahren und können sich umsehen. Wenn Sie das Gefühl haben, diese Situation ist für Sie erträglich, dann ändern wir die Szene und fahren in eine höhere Etage. So steigern wir uns nach und nach bis Sie das Gefühl haben, dass Ihre Angstgefühle weniger ausgeprägt oder ganz verschwunden sind.

  • Sie haben eine Spinnenphobie: Hier können wir eine virtuelle Szene mit der Virtual Reality-Brille erscheinen lassen, in der Sie an einem Tisch stehen und eine kleine Spinne in weiter Entfernung erscheint. Später kann man diese größer werden lassen, näher kommen lassen oder mit einem Stock tasten.

  • Sie haben Angst vor Spritzen, einer MR-Röhre oder eine Blutphobie: In einem Virtual-Reality-Szenario können wir einen ärztlichen Behandlungsraum erscheinen lassen und dort die Abläufe üben.

  • Sie haben Angst vor dem Autofahren: Hier können unterschiedlichste Wetterbedingungen (Sonnenschein, Regen), Verkehrslagen (Stau, fließender Verkehr) und Bedingungen (gerade Straßen, Tunnel) in der virtuellen Realität hergestellt werden.

  • Andere Beispiele: Klaustrophobie, Agoraphobie, Sozialphobie, generalisierte Angststörung, Mäusephobie, Angst vor Kellern, Zahnarzt, öffentliche Verkehrsmittel.

Zeitlicher Rahmen der Behandlung mit VR

Die Konfrontation mittels VR-Szenarien passiert nicht in einer einzigen Einheit – wir nehmen uns bewusst Zeit, damit Sie sich in Ihrem eigenen Tempo steigern können und der Erfolg der Therapie dadurch nachhaltiger wird. Oft ist es effektiver, wenn hierfür Doppeleinheiten eingeplant werden, da die Lernprozesse in Pausen eingeprägt werden können und der Lerneffekt durch Wiederholungen größer ist. Wenn die Exposition in der virtuellen Realität für Sie erträglich und gut zu bewältigen ist, können wir uns (je nach angstauslösendem Reiz) überlegen, ob wir die Exposition in die echte Realität verlagern und in echten Situationen gemeinsam üben. Dadurch bekommen Sie die Möglichkeit in realen Bedingungen zu sehen, wie sehr Ihre Angst ausgeprägt ist, um hier nach und nach zu lernen, dass diese Situationen nicht unbedingt mit Angstreaktionen einhergehen müssen.

Ist die klinisch psychologische Behandlung abgeschlossen, erfolgt nach einer gewissen Zeit, ein Follow-Up-Gespräch. Ich kontaktiere Sie nach dem vereinbarten Zeitraum (beispielsweise nach einem halben Jahr) und erkundige mich, wie es Ihnen geht. Manchmal kann es hilfreich sein ein paar einzelne Einheiten zu vereinbaren, damit wir besprechen können, wie Sie nach der Therapie zurechtgekommen sind, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen sich eventuell ergeben haben und damit der Therapieerfolg langfristig und nachhaltig ist.

Rahmenbedingungen

Bei einer Einheit mit Virtual Reality bekommen Sie eine VR-Brille, die individuell eingestellt wird (Passform und Haltbarkeit am Kopf). Diese ermöglicht das Eintauchen in die virtuellen Szenarien und das Wahrnehmen der Sinneseindrücke (Geräusche kann man durch integrierte Lautsprecher hören, wenn sie aktiviert sind). Außerdem erhalten Sie einen Controller in jede Hand, die durch die Brille als Hände gesehen werden. Mit diesen Controllern kann man sich im virtuellen Raum bewegen und Objekte nehmen, drücken oder verschieben. Die Brille selbst ist mit einem Laptop verbunden, den ich während der Behandlung bediene. So ist es mir möglich zu sehen, wo Sie sich aktuell befinden und ich sehe genau das, was auch Sie sehen. So kann ich individuell mit Ihnen arbeiten, die gewünschten Szenen abspielen und angepasste Einstellungen vornehmen (Geräusche, Bewegungen, Interaktionen usw.).

Andere Einsatzgebiete

Die Verwendung von Virtual Reality als Technik erfolgt nicht nur bei der Behandlung von Angststörungen. Sie kann vielfältig eingesetzt werden und kann auch als Methode der Positiven Psychologie zum Einsatz kommen: So etwa in dem man entspannende Szenarien abspielt (beispielsweise einen Strand und das Meer, einen Wasserfall, eine Winterlandschaft) und mit diesen eine Meditation oder Übungen (Achtsamkeit, Dankbarkeit, Ressourcen aktivieren etc.) in einer angenehmen Umgebung  macht.

Haben Sie noch Fragen oder möchten Sie einen Termin vereinbaren, dann kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich von Ihnen zu hören.